Zierower Geschichte

Pferdezucht auf historischem Boden - Die Legende von Robin Hood xx

Zierow hat eine lange Tradition in der Geschichte der mecklenburgisch-hannoverschen Pferdezucht.

Die hier ansässigen Barone Gottlieb und Wilhelm von Biel waren während der Napoleonische Kriege sehr beeindruckt von den schnellen Pferden der Engländer. So wurden sie Initiatoren des Vollblutimportes und der Zucht von Vollblut- und Halbblutpferden in ihren Gestüten Zierow und Weitendorf (Anmerkung: Eggerstorf ist ein Ortsteil von Zierow und befindet sich genau dazwischen) in der Nähe der Hansestadt Wismar. Die Rennpferde wurden am Zierower Strand und auf einem Geläuf am Rande des Strandes trainiert.

Die größeren Landbesitzer der Herzogtümer Mecklenburgs ergriff eine große Begeisterungswelle in der Zucht der sogenannten "Wettläuferrasse". Auf Betreiben der Barone von Biel entstand 1822 die erste Rennbahn auf dem Europäischen Festland in Bad Doberan.

In Zierow war besonders ein Hengst von großer Bedeutung: ROBIN HOOD xx v. Muley xx (gezogen in England). Etwa ein Dutzend Söhne von Robin Hood wurden im Landgestüt Celle in Hannover aufgestellt. Sein Sohn Black Comet erlangte besonderen Ruhm, indem er über seine Nachkommen zum Urvater der mecklenburgisch-hannoverschen Flinggarth-Fling-Linie wurde.

Der Legende nach war einer der Brüder von Biel der begnadete Züchter während der andere Bruder sich eher der Wettleidenschaft und dem Trunke hingab. Nach dem Tode des zuchtbegeisterten Bruders trug es sich zu, daß der verbliebene Baron von Biel eine Wette abschloß mit der Maßgabe, daß der Hengst Robin Hood es schaffen würde, in einer bestimmten Zeit die Strecke von Zierow nach Lübeck (einige Quellen berichten auch von Hamburg!!) und zurück schaffen würde. Gesagt getan, der Ritt wurde absolviert - aber der brave Hengst brach auf dem Rückweg kurz vor dem Ziel - in Stofferstorf (etwa 3 km vor dem heimatlichen Stall) tot zusammen.

Am ehemaligen Wirtshaus in Stofferstorf (heute ein Wohnhaus) wurde eine Gedenktafel mit dem Schriftzug "ROBIN HOOD" angebracht, die man noch heute von der Bundesstraße B 105 aus deutlich sehen kann.